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April 2013 |
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Der Trip war kurzfristig gebucht. Schon zwei Wochen vorher erfuhr ich, dass Oliver am 06.04.13 eine Rudolf-Show hatte. Nachdem ich ihn in Wien noch nie als Rudolf gesehen hatte, war ich da schon versucht, auf den „Buchen“-Button zu klicken, zumal der Flug zum Spottpreis zu haben war. Doch so recht entschliessen konnte ich mich nicht.
Dann erfuhr ich, dass Linda Konrad die Sophie spielen würde. Da ich sie in der Rolle umwerfend finde, zuckte mein Finger gefährlich. Aber erst, als ich mich durch die Castliste der Matinée bei ‚Natürlich Blond‘ kümmerte, drückte ich ab. Jörn-Felix Alt als Warner Huntington III. ! DAS musste ich sehen!
Jörn ist für mich so ein total lieber Mensch. Ich kenne ihn kaum, aber der Eindruck war bleibend. Umso weniger konnte ich mir den schleimigen Schnösel von ihm vorstellen. Er passte für mich so gar nicht in diese Rolle, was ich ihm abends auch erzählt habe. Er hat sich königlich drüber amüsiert. 
Diese Ansicht änderte sich ungefähr 5 Minuten nach Beginn der Show! Jörn-Felix Alt im gut sitzenden Anzug, Haare zurück gegelt und Sonnenbrille auf er Nase. Im Publikum wurde gelacht, als er die Sonnenbrille abnahm. Ich glaube, das Wort ‚linkisch‘ passt perfekt zu seinem ersten Auftritt. Seine Mimik war super.
Das grosse Solo war zum Wegschmeissen komisch. Zu der Textzeile „Baby schau mich an“ schnippte er ungeduldig mit den Fingern. „Ich war noch nicht fertig“ kam unglaublich gut und mir schien, Babsi spielte mit ihm etwas übertriebener als mit Hendrik. Zum Ende hin habe ich Warner richtig verabscheut, als der tatsächlich so dumm war, noch mal einen Versuch bei Elle zu landen.
Der Gedanke, der mich die ganze Show über nicht losliess: ‚Aufrichtig selbstverliebt und zutiefst oberflächlich‘. Ich weiss, das ist aus einem anderen Musical, aber es passte wie die Faust aufs Auge. Für Unterhaltung war somit gesorgt und ich kam aus dem Kichern kaum noch raus. Ich hatte ihn schon als Franz Josef gemocht. Doch nach dieser Vorstellung wurde meine „Favoritenliste“ endgültig um einen Namen ergänzt. Mal sehen, wann ich es das nächste Mal schaffe, ihn in dieser Rolle zu sehen.
In der Rolle der Serena sah ich eine Premiere. Janine Buck spielte zum ersten Mal. Und sie war richtig gut. Dass es ihre Premiere war, merkte man nicht und ich erfuhr es auch erst hinterher. Sie machte eine genauso gute Figur als Serena wie die Firstcast.
Auch Kyle war mit Maximilian Mann eine Premiere. Wie Daniel sorgt er für Pfiffe im Publikum (was teilweise auch an diversen Angehörigen und Kollegen im Publikum lag) und einmal mehr fiel mir auf, wie oberflächlich diese Rolle ist. Das einzige, was dieser Mann braucht, ist ein gutes Aussehen. Da kann man von Glück sagen, dass Kyle im ersten Akt wenigstens den einen Gesangsauftritt hat, um sich ein wenig zu profilieren. Maximilian hat nicht ganz so eine einzigartige Stimme wie Daniel, aber die Rolle stand ihm dennoch fast genauso gut. Auch der Irish Dance stand ihm gut.
Insgesamt hat die Show sich wieder etwas gesteigert. Ich merke, dass die Texte und Rhythmen vertrauter sind. Deshalb habe ich auch keine grossen Schwierigkeiten mehr, den Texten zu folgen. Aber es geht immer noch alles sehr schnell und noch immer kann ich mich nicht entscheiden, wo ich eigentlich hinsehen soll, um nichts zu verpassen.
Brutus sorgte für ein Schmunzeln. Anja gab zwar das Handzeichen, doch der Hund war wohl irgendwie schon einen Schritt weiter und sprang ihr aufs Knie, sah erwartungsvoll zu ihr hoch. Anja wiederholte das Zeichen und erst da bellte er noch mal. Klassisches Problem mit Tieren auf der Bühne .
Ausserdem sorgte Armin Kahl für unterdrücktes Gelächter bei mir. Er ist einer der wenigen, die ich regelmässig auf der Bühne erkenne. Und so beobachtete ich ihn diesmal während der „Harvard-Bewerbung“. Normalerweise sollte er da eigentlich mit einer Trillerpfeife seine Kollegen zur Ruhe bringen. Nur offenbar war keine Trillerpfeife vorhanden. Er versuchte, durch die Finger zu pfeifen – mit Betonung auf „versuchen“.
Sonst schien nichts schief zu laufen – oder es ist nicht aufgefallen. Schlimm war für mich einmal mehr, Katja Berg zu verpassen. Ich hoffe wirklich, sie beim nächsten Mal mal wieder auf der Bühne zu haben – und dann ist es mir egal, in welcher Rolle 
Nach der Show gab es einen Theatertransfer zum Raimund Theater. Ein neugieriger Blick richtete sich auf die Castliste. Und da stand Jörn-Felix Alt doch tatsächlich drauf. Halbwegs hatte ich erwartet, dass er nicht spielt. Umso schöner wars, ihn noch mal zu sehen – und vor allem diesmal nach der Show die Chance zu haben, ihn zu sprechen. Danke an dieser Stelle für die Zeit, Jörn! Und bis bald!
Elisabeth war einmal mehr schön. Bei Annemieke scheiden sich die Geister weiterhin. Mal sehen, wie es weitergeht. Mark war dafür erstaunlich geil! Ich mag das ja nicht, wenn er die Töne presst, aber diesmal hat er darauf mehrheitlich verzichtet und das war ein Genuss. Linda als Sophie ist nach wie vor genial und ich habe sie nach der Show wieder einmal nicht zu fassen gekriegt, um es ihr zu sagen.
Oliver als Rudolf war angenehm vertraut und doch wie immer neu. Er hat wieder einmal für Tränen gesorgt mit seinem Solo. Und während den Schatten war wieder einmal durchatmen angesagt. Endlich wieder zwei Stimmen, die erstens zueinander passen und harmonieren und sich zweitens absolut ebenbürtig sind. Das gabs seit der Tour nicht mehr. Ausserdem verstand ich endlich mal den Einwurf von Rudolf während dem Prolog so richtig 
Kurosch sorgte bei mir für das Gelächter des Abends – wieder einmal! Angefangen hat alles mit einer Panne, wo mir kurz das Herz in die Hose gerutscht ist:
Irgendjemand am Inspizientenpult hat da wohl was vergeigt. Der Befehl zum Bühnenbildwechsel kam viel zu früh. Während Annemieke nach der Bridge ihres Solos noch auf der Hebebühne stand, senkten sich die Seiten bereits, obwohl sie das eigentlich erst zum Schluss tun sollten. Zudem kam das nächste Bühnenbild schon von oben, während Annemieke genau in der Mitte darunter stand. Mein Gedanke war nur: „Wenn sie es nicht gleich sieht und einen Schritt nach vorne macht, brauchen wir einen Krankenwagen.“
Zum Glück wurde die Kulisse aber rechtzeitig angehalten. Der „magische Moment“ von IGNM war dadurch aber natürlich komplett verloren! Die ganze Stimmung war gestört. So war den auch Kuroschs ironischer Blick zur Kulisse kein Wunder, als er für „Ehejahre“ auf die Bühne kam. Da bekam ich schon den ersten Lachanfall.
So richtig lustig wurde es aber, als er den Gang herunter kam für „Kitsch“. Ich sass halt dummerweise wieder mal am Gang. Kurosch ging an mir vorbei und plötzlich zögerte er für den nächsten Schritt, bekam riesengrosse Augen und drehte sich zu mir um. Offensichtlicher hätte es nicht sein können, dass er mich gesehen hatte – und einigermassen überrascht darüber war, dass ich schon wieder da war. Kurz darauf kam dann ein „richtete sich in der Schwiiz ein Nummernkonto ein“ und meine Welt war in Ordnung. Danke Kurosch, es war eine geniale Vorstellung von dir!
Insgesamt hat sich der 24-h-Kurztrip hundertmal ausgezeichnet. Danke an alle Beteiligten! Ihr schafft es immer wieder, dass ich mit einem Strahlen aus dem Theater komme. Bis bald!
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