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Mai 2010
 
 
Wienreise 14.-17. Mai 2010
 
Vorweggenommen, ich wollte unbedingt um meinen Geburtstag herum nach Wien. Da mein Geburtstag auf einen Mittwoch fiel, war es einigermassen schwierig, es genau einrichten zu können. Da aber das Wochenende davor Christi Himmelfahrt war, bot es sich an, dann zu fliegen.
 
Schon im Januar erwähnte ich meine Absichten Maike gegenüber. Glücklicherweise warnte sie mich, dass sie zum Feiertag die Off-Show um einen Tag auf den Donnerstag verschoben. Sonst wäre ich umsonst am Feiertag hingeflogen.
 
Da ich meine Finanzen etwas einteilen musste (kurz nach „Elisabeth“, wohlverstanden), musste ich meinen Aufenthalt etwas kürzen. Also flog ich am 14.05.10 morgens hin und am 17.05.10 abends zurück. Und es wurde ein richtig verrücktes Wochenende.
 
Die erste Karte, für Freitagabend, wurde sofort nach Vorverkaufs-Eröffnung gebucht. Noch am selben Abend hatte ich eine Karte für Reihe 2, Platz 10, im Mittelblock. Die beiden Orchesterreihen dazu gezählt, würde ich also in der vierten Reihe in der Mitte sitzen. Perfekte Ausgangslage!
 
Alle anderen Karten kaufte ich mehr oder weniger kurzfristig, zwei Wochen vor Abreise, jedoch beides gute Plätze. Samstag, Reihe 2, Platz 8, Mittelblock, Sonntag Reihe 6, Platz 18 (oder so) Mittelblock. Hier hatte ich den Platz neben dem Mittelgang. Das wollte ich mir wenigstens einmal gönnen. Nur leider war links nichts mehr frei, sonst hätte ich mich auf Maikes Seite gesetzt.
 
 
 
 
Tag 1, Freitag, 14.05.10
 
Am Freitagmorgen ging es also los, wie immer verspätet! Wie könnts auch anders sein. Wenn ich arbeite, verschlafe ich nie, und ich kalkuliere auch die Zeit nie falsch ein. Aber wenn ich in Urlaub fliege, dann ganz bestimmt!
 
Immerhin schaffte ich es gerade noch so pünktlich zum Flughafen, gab mein Gepäck auf, holte noch was zu essen, weil ich mittlerweile Hunger hatte und machte mich auf den Weg zur Passkontrolle. Bis zum Gate ging alles fix, doch dann musste ich mich elend lange anstellen für die Gepäckkontrolle. Ich hielt Ausschau nach meinem Gate, das glücklichweise das erste nach der Kontrolle war. Der Aufruf zum Boarding begann und ich stand immer noch in der zweiten Reihe. Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig durch die Kontrolle und war doch tatsächlich die letzte, die einstieg! So auf den letzten Drücker war ich noch nie am Flughafen.
 
Der Flug war ereignislos, wie immer! Ich landete pünktlich in Schwechat und fuhr mit dem Schnellzug in die Stadt, wobei ich den ersten um Sekunden verpasste und 20 Minuten auf den nächsten warten musste.
 
Das Hotel lag diesmal am Westbahnhof, direkt beim Raimund Theater. Perfekte Lage und noch besser: Ich brauchte nicht mal ein Navi, um die Strasse zu finden, da ich ja mittlerweile wusste, wo das Raimund lag.
 
Als erstes fiel mir die Dekoration des Theaters auf. Als ich letztes Mal da gewesen war, war die Deko Rudolf-gerecht gewesen. Jetzt hatte man einen Schiffsbug auf den Vorplatz gestellt, in dem Blumen gepflanzt waren. Der Haupteingang des Theaters war mit einem Schiffsauge verziehrt und auf dem Dach trohnte ein rot-weisser Schornstein. Seihr „New York“-mässig!
 
Ich checkte ein, erhielt ein Zimmer im fünften Stock und fuhr nach oben. Kaum öffnete sich die Fahrstuhltür, verdrehte ich auch schon das erste Mal die Augen. Selbst wenn ich es wollte, ich käme nicht darum herum. Direkt gegenüber dem Fahrstuhl hing nämlich ein Musicalplakat von 1992 und ratet mal welches… Elisabeth… War ja klar!
 
Ich musste das erste Mal lachen und betrat mein Zimmer. Herrliche Aussicht aufs Raimund!! Zudem noch ein Doppelzimmer zur Alleinbenützung, das fast genauso gross war wie mein Wohnzimmer!
 
Ich wuchtete meinen Koffer auf das eine Bett und stellte mich dann als erstes unter die Dusche. In der Eile am Morgen hatte die Zeit natürlich nicht gereicht… Anschliessend machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Vom Stephansplatz aus mal eben zum Ronacher, meine Karte abgeholt. Fragt die an der Abendkasse mich doch allen Ernstes: „Sind Sie mit Michelle Hunziker verwandt?“ Meine Güte, wie oft hab ich DEN Spruch schon gehört… Ich: „Nee! Zwar auch Schweizerin, aber in keiner Weise verwandt!“
 
Danach ging es gemütlich über die Kärntner Strasse, inkl. Stipvisite im Schmuckladen und mehr oder weniger schnurstracks zu Starbucks, wo ich verabredet war. Das ist das tolle am Musical: Selbst wenn man allein reist, findet man doch fast überall Gleichgesinnte. Sandra und ich sassen eine Ewigkeit bei Starbucks (das das Wetter auch nicht gerade toll war).
 
Sandra erwähnte dann, dass sie sich noch Restkarten holen wollte. Und bei den VBW muss man da immer früh dran sein. Also gings um halb fünf bereits wieder zum Ronacher. Sandra rief noch eine Freundin an, die auch mitkommen wollte und so standen wir eine Weile in der Schlange.
 
Da wurden wir von zwei Damen angesprochen: „Ihr wirkt, als wüsstet ihr Bescheid. Wisst ihr schon, wer spielt?“ Ich: „Bis auf Magda Firstcast. Magda wird heute von Maike Schmidt gespielt“ (ganz in meinem Element in Sachen Schleichwerbung!) Meint die eine der beiden: „Danke! Ich hab gehört, dass die Zweibesetzung Magda besser sein soll als die Erstbesetzung…“ Ging mir runter wie Honig!
 
Als Sandras Freundin erschien, verabschiedete ich mich, da ich meine Karte schon hatte, um mal an der SD Position zu beziehen. Ich wusste ja nicht, ob Maike schon da war oder nicht. Viel Zeit würde sie nicht haben, das war mir klar, aber ich wollte wenigstens Hallo sagen.
 
Maike hatte offensichtlich Besuch und als sie diesen ins Theater holte, sah sie mich nicht. Aber das war mir auch egal. Ich wusste immerhin, dass sie da war, dass es ihr gut ging und sie tatsächlich Magda spielte. Das reichte mir vorerst vollkommen!
 
Die Show ging los und ich war vollkommen in meinem Element. Wenn ich ehrlich bin: Wenn Maike nicht mehr dabei wäre, wäre ich nicht mehr auf die Idee gekommen, mir die Vampire anzusehen. Aber was will man denn machen, wenn der Lieblingsdarsteller auf der Bühne steht…
 
Wie gesagt, bis auf Maike spielte Firstcast:
 
Thomas Borchert – Dazu brauche ich nun wirklich nichts mehr zu sagen. Er war gut, aber nichts besonders mehr. Bei jedem anderen Darsteller kann ich in jeder Show was Neues entdecken. Auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist und die Rollen in noch so enge Korsetts geschnürt sind! Aber Thomas scheint jedes Mal genau gleich zu spielen!
 
Lukas Perman – Hatte ich vom ersten Mal in nicht allzu guter Erinnerung, fand ihn diesmal aber nicht übel. Vielleicht auch einfach nur, weil ich nicht allzu viel auf ihn geachtet hab, schon gar nicht im ersten Akt. Und vielleicht war der Eindruck von Sebastien und Gernot einfach schon ein wenig zu sehr in den Hinterkopf geraten.
 
Marjan Shaki – fand ich diesmal als Sarah gut. Sie kommt nicht an Babs ran, die gefällt mir besser! Aber sie hat eine gute Show abgeliefert. Besonders süss fand ich sie während „Nie gesehn“. So richtig verträumt und verliebt. Ausserdem finde ich sie bei „Doch versprich mir mich nicht zu verraten“ während „Draussen ist Freiheit“ richtig niedlich! Rote Stiefel und Prayer waren toll!
 
Gernot Kranner – Haha, der Mann ist jedes Mal wieder einen Lacher wert! Er scheint mit jeder Show noch ein wenig schrulliger zu werden und das ist einfach köstlich. Wahrheit war nur wegen dieser gewissen Verrücktheit wieder ein Highlight. Und was der Kerl immer mit seinem „Rrrrr“ hat… ICH könnte das nicht so toll rrrrrrollen…
 
Ich lag während Wahrheit wiederholt fast am Boden vor Lachen. Und in der Freitag-Show hat dann Maike noch ein Übriges dazu getan dass ich mich kaum halten konnte. Und die Gruft ist nach wie vor der Lacher schlechthin.
 
Wenn ich bei Gernot ins Detail gehen wollte, müsste ich ein Buch schreiben… Ich hoffe nur inständig, dass er im Oktober noch da ist, wenn ich wieder hinfahre!!
 
James Sbano – Ein durch und durch guter Chagal! Und im Zusammenspiel mit Maike genial! Dass er nicht an Uli Wiggers rankommt, habe ich bereits erwähnt. Am meisten vermisste ich Ulis Rülpser, nachdem er Magda gebissen hatte.
 
Marc Liebisch – Er gefällt mir immer noch nicht wirklich. Aber einen bestimmten Grund dafür habe ich noch nicht gefunden. Zum Schmunzeln kann er mich bringen, aber nicht zum Lachen wie Haldor es schaffte. Liegt wohl einfach an der berühmten Geschmacksache.
 
Katharina Dorian – Diese Rebecca ist voll und ganz überzeugend und gefällt mir sehr gut! Und mir gefällt ihre Stimme! In dieser Show flog ihr Stock allerdings wer weiss wohin! Sie hatte nach der Show immer noch keine Ahnung, wo genau er gelandet war. Aber offenbar konnte jemand ihn einsammeln.
 
Thomas Weissengruber – Beside the fact, dass ich kaum auf Koukol achte, finde ich es toll, dass man ihn VERSTEHT! Das war bisher nicht bei jedem so… Und genial finde ich die Reaktion auf die ankommenden Gäste im Schloss („Wohl der Nacht“).
 
Tja, bleibt noch meine Maike – jetzt wird’s ausführlich, meine Lieben:
 
Katja Berg hat ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen – völlig objektiv gesehen, natürlich *zwinker* Maike war toll!! Und die drei Besucher in der Reihe hinter mir (Maikes Familie) taten noch ein Übriges dazu, dass ich über altbekannte Szenen lachen musste.
 
Vorweg: Eine blonde Maike… zum Glück konnte ich mich an den Anblick anhand von Bildern schon einigermassen gewöhnen. Trotzdem wars komisch!!
 
Ich halte mich in dem Sinne kurz, dass ich nur das aufschreibe, was mir besonders in Erinnerung geblieben ist:
 
Das fängt aber schon in ihrer ersten Szene an: Einen ersten Lacher kassierte Maike für die Sache mit dem heissen Wasser. Wie sie mit dem Hintern wackelte und James mitwackelte war zu köstlich anzusehen!! „Klein? Die sind gross!“ erntete von den Zuschauern hinter mir grosses Gelächter. Und ja, definitiv glaubwürdiger als bei Anna!!
 
 „Nie gesehn“ – Ich hatte dabei noch nie vorher auf Magda geachtet. Eine Frage dazu: Wieviel hat Magda eingentlich an???? Maike hörte nicht mehr auf, sich auszuziehen und darunter kam immer etwas Neues zum Vorschein. Das Demonstrative „Nähn!“ kam wunderbar angewidert! Und wie Maike mit der Nadel rumfuchtelte, erntete wieder Gelächter hinter mir.
 
Ich erwischte mich dabei, wie ich bei Wahrheit mit ihrem Takt mitnickte und genoss Prayer mehr denn je, weil Maikes Stimme so schön zur Geltung kam!
 
„Tot zu sein ist komisch“ – Das grosse Solo! Und ich fühlte mich zweimal stark an Katja erinnert. Was zumindest MICH nicht verwundert hat. Die hohen Töne „gesittet und gesetzt“ kamen toll! Und „als er lebte war zum schämen“ übertraf alles!
 
Schön fand ich, dass sie bei „jetzt komm ich ihm nah“ in Chagals Richtung ging. Das hatte Katja auch immer gemacht und es macht irgendwie einfach Sinn an der Stelle. Aber auf die Idee war noch keine andere gekommen.
 
In der Szene wird bewiesen, dass es eine Kreischrolle ist und Maike Kreischen kann – und wie!! *lach*
 
Im zweiten Akt blieb mir dann tatsächlich und wortwörtlich der Mund offen stehen, als ich Maike in ihrem Nightmare-Kostüm sah. Definitiv mein Magda-Lieblingskostüm! Das ist T O L L !! (Das Final-Kostüm dürfte man gern dagegen austauschen…) Stimmlich ein Hammer!! Die Szene war an diesem Abend definitiv mein ganz persönliches Highlight!!!
 
Nachdem die Gruft mit Alfred und Abronsius ja schon Lacher genug ist, setzte Maike noch einen wunderschönen Abschluss drauf! Wie sie ständig kicherte, war super amüsant. Schon als sie mit ihrer Riesen-Mähne aus dem Sarg auftauchte, brachte sie mich zum Lachen. Und wie sie unter Kreischen durch die Gruft gejagt wurde, erinnerte wieder schwer an Katja. „Mach Platz!“, so was war auch noch keiner anderen Magda eingefallen, zumindest nicht in Wien.
 
Bei „Ewigkeit“ musste ich feststellen, dass ich nen doofen Platz hatte. Irgendjemand stand mir sicher immer im Blickfeld! Dafür sass ich relativ weit links und konnte mir das Kostüm mal etwas genauer ansehen, als Maike an mir vorbei ging.
 
Im Ballsaal spielte Maike auf einer anderen Position, relativ weit hinten. Und dank einem gewissen Herrn Kranner kam ich nicht dazu, gross auf sie zu achten. Irgendwie turnte Gernot etwas zu auffällig vor mir herum…
 
Die Final-Szene war wieder toll, obwohl Maikes Mikro versagte! Im zweiten Vers wars dann an und man hörte sie endlich. Das Kostüm ist gewöhnungsbedürftig, da könnte man es gern wie in Berlin halten und das Nightmare-Kostüm noch mal anziehen. Aber sonst war die Szene wieder einwandfrei.
 
Einmal mehr musste ich feststellen, dass es bei den Vampiren entweder kaum Pannen gibt oder man die einfach nicht bemerkt! Vielleicht ist die Show einfach zu rasant, um es zu bemerken. Selbst die Sache mit Kathis Stock wäre mir nicht aufgefallen, wenn Sandra es nicht hinterher erwähnt hätte.

 
Nach der Show fand ich mich am Bühneneingang ein. Von Maikes Familie fing ich wieder ein Grinsen ein, als die sich in meiner Nähe positionierten. Maike liess sich nicht viel Zeit. Sie kam raus und steuerte direkt auf ihre Familie zu. Als diese ihr die Tüten vom Merchandising-Stand zeigten meinte sie: „Ach wie lustig, ihr seid Fans…“ und warf mir dabei aus dem Augenwinkel einen Blick zu. Na wunderbar!
 
Während ihre Familie schon aufbrechen wollte meinte sie: „Moment, ich muss noch wen begrüssen!“ dreht sich zu mir um und meint: „Einmal Knuddeln mit meiner Schweizerin!!!“ Ich: „Du warst göttlich!!“ Sie: „Hattest du Spass?“ Ich: „Und wie!!! Einfach genial!“
 
Sie hat mir dann gleich gestanden, dass sie leider kurzfristig am nächsten Abend nicht da sein würde. Den Augenblick war ich enttäuscht, aber das hat sich schnell gelegt (bei der Erwähnung, wo sie hinfährt…) Und ich hatte ja noch Robert Marx, auf den ich mich freuen konnte.
 
Sie hat sich dann gleich verabschiedet, weil sie mit ihrer Familie noch was essen gehen wollte und ich stand nur kurz noch bei Sandra rum. Hatte aber nicht wirklich Lust, mir noch die Füsse in den Bauch zu stehen, also bin ich dann relativ schnell los und mit dem Taxi zum Hotel zurück gefahren.

 
 
Samstag, 15.05.10 – Robert Marx – Day
 
Tagsüber war ich ausgiebig shoppen – soll heissen, ich hab Esprit leer gekauft! Bevor ich ins Hotel zurück fuhr, um die Taschen abzustellen, holte ich meine Karte ab, um den grossen Ansturm vor der Show zu umgehen. Wieder dieselbe Dame wie am Abend davor. Als ich meinen Namen nannte meinte sie: „Ach ja, Sie waren doch gestern schon da…“ drückte mir die Karte in die Hand und wünschte mir viel Spass.
 
Vor der Show war keine SD angesagt. Da Maike ja sowieso nicht da war und ich die wenigsten Darsteller kenne, machte es einfach keinen Sinn. Ein Blick auf die Castliste verriet allerdings, dass nur drei Darsteller fehlten. Thomas Borchert (HURRA!!!! – Sorry!), Kathi Dorian und Maike (*snief*). Rebecca wurde folglich von Conny gegeben.
 
Conny – Als Rebecca absolut genial! Sie ist so klein, dass sie hochspringen muss, um die Salami von der Decke zu holen. Total süss!! Und sie ist wunderbar in der Rolle. So richtig schön fuchsteufelswild! Wie die ausrasten konnte, als der Professor ihr vorschlug, Chagal zu pfählen… Köstlich! Und sie suchte bei „Nie gesehn“ unter dem Bett nach Chagal.
 
Robert Marx – Ich konnte mir das absolut nicht vorstellen, Robert als Grafen von Krolock zu sehen. Meiner Meinung nach war er ein Felix Fürst zu Schwarzenberg, Andrassy, meinetwegen auch noch so manch anderer, aber KEIN Vampirgraf.
 
Tja, ich hatte mich gründlich getäuscht! Er sah anständig zum Fürchten aus, wie es sich für Krolock gehört! Ich mag seine Stimme und genoss es, mal NICHT Thomas in der Rolle zu hören! Und Robert bewies, dass man den Grafen doch auch etwas anders spielen kann. Gut, klar, „Gott ist tot“ war genau gleich – das ist ja aber auch durch choreografiert. Er übertrieb nicht so in den Szenen, wie Thomas, war weniger dominant, und trotzdem präsent. Vornehm und elegant, aber nicht hochnäsig oder arrogant. Er schien mehr mit dem Schicksal zu hadern als Thomas und wirkte irgendwie zugänglicher, ruhiger und nicht so agressiv und böse. MIR zumindest gefällt das viel besser!
 
Die Highlights des Abends waren hauptsächlich „Totale Finsternis“ und „Unstillbare Gier“, aber ganz klar auch alle anderen Szenen, in denen Robert auf der Bühne stand. Manchmal vergass ich für einige Momente, dass Maike nicht da war – bis dann wieder ne Ensemble-Nummer kam und ich feststellte, dass Maike nicht auf ihrem angestammten Platz stand. Aber so schlimm wars dann auch nicht! (Zum Glück war sie nicht Sonntag weg, denn dann hätte ich sie viel mehr vermisst…)

 
Nach der Show war Stage Door angesagt. Sandra und ein paar ihrer Bekannten waren da und diesmal wurde es richtig lustig. Es regnete in Strömen und selbst die Tatsache, dass vor der SD nach wie vor Gerüste stehen, hielt uns nicht trocken. Also standen wir mit Schirmen unter den Brettern. Eigentlich erinner ich mich nur noch an zwei Darsteller, nämlich Robert und Gernot Kranner.
 
Robert tauchte mit einer Tasche auf, auf der ein Schweizerkreuz aufgedruckt war. Sandra, die ja auch wusste, dass ich Schweizerin bin, und ich fanden das höchst amüsant. Robert schien aber in Eile zu sein und so hatte ich keine Gelegenheit, im zu sagen, dass er mich beeindruckt hatte.
 
Und mit Gernot gab es einen lustigen Zwischenfall:
 
Als er rauskam, mit seinem obligaten Hut, blickte er in den Himmel und meinte: „Boah, ich hab keine Lust, jetzt Fahrrad zu fahren!!“ Ich: „Dann lass es stehen und nimm die U-Bahn!“ Er: „Das ist eine gute Idee!“ guckt mich nachdenklich an, blickt auf meinen Schirm und meint: „Aber ich hab keinen Schirm…“ Ich: „Meinen kann ich dir nicht leihen… Der Pförtner hat aber sicher noch einen…“ Gernot: „Warte mal…“ geht wieder rein, kommt mit einem riesigen schwarzen Schirm raus, den er sofort aufspannt. Auf der Innenseite waren grosse Sternbilder aufgedruckt. Ich: „Und, wo ist der Orion?“ Er zeigte fast gleichzeitig willkürlich auf ein Sternbild: „DA ist der Orion… Herrlicher als der bestirnte…“ Er brach ab, schaute verwirrt auf den Stern und meint: „Das ist WIRKLICH der Orion, schau mal!!“ Trat einen Schritt auf mich zu und zeigte mir die Beschriftung unter dem Stern, auf den er gedeutet hatte… Damit brachte er uns alle zum Lachen. Ich nutzte die Möglichkeit, ihm mal zu sagen, wie lustig ich ihn fand. Erwähnte bei der Gelegenheit auch, dass ich es aus Berlin kannte. Er fragte mich: „Wo kommst du denn her?“ Ich: „Aus Zürich…“ Er: „Zürich?? Wow!!“ (Kleine Zwischenfrage: Warum sind die immer alle so überrascht? Ist das so ungewöhnlich??) Er: „Und wie lange bleibst du noch?“ Ich: „Bis Montagnachmittag!“ Er: „Dann bis morgen??“ Ich: „Klar!“ Auch wenn ich nicht davon ausging, ihn noch mal zu sehen. Er verabschiedete sich und machte sich auf den Weg zur U-Bahn.
 
Ich wartete noch einen Moment, bis so ziemlich alle Darsteller gegangen waren und war erstaunt, wie viele ich doch mittlerweile erkannte. Anschliessend ging es wieder mit dem Taxi zum Hotel.

 
 
Sonntag, 16.05.10 – Total durch den Wind…
 
Der Tag war definitiv zum Wegwerfen gedacht! Es regnete die meiste Zeit in Strömen. Und dabei ging ein so kräftiger Wind, dass Schirme fast völlig unbrauchbar waren. Und meinen Knirps stülpte es mehr als einmal auf die verkehrte Seite. Ich besuchte die Schatzkammer in der Hofburg, die Augustinerkirche (wie immer, wenn ich in Wien bin) und drehte über die Kaisergruft. Anschliessend die Karte abgeholt und die an der Kasse meinte sofort: „Moment! Sagen Sie nichts… Hunziker, richtig?“ Ich grinste nur und nickte, sie gab mir meine Karte, wünschte viel Spass und ich fuhr zurück zum Hotel.
 
Dummerweise achtete ich überhaupt nicht auf die Zeit, die auf der Karte stand. Und ich bin es nicht gewohnt, dass Sonntag-Shows früher beginnen… Zum Glück bin ich ja aber immer früh genug am Theater. So war ich um 17.45 Uhr da und bemerkte aufgrund der vielen Leute vor dem Theater, dass die Show in 15 Minuten beginnen würde. Sh** und ich hatte noch nicht mal gegessen. Also verschob ich das auf NACH der Show.
 
Thomas Borchert war nicht da, sonst vollständige Firstcast. So hatte ich die Gelegenheit, auch noch die dritte Besetzung des Grafen zu sehen – Alexander di Capri. Nach seinem ersten Song wünschte ich mir Robert zurück! Alex war nicht schlecht, im Gegenteil, definitiv besser als Thomas, in seiner Darstellung. Aber seine Stimme gefiel mir überhaupt nicht. Oder sagen wirs anders, sie war gewöhnungsbedürftig. Im zweiten Akt gefiel er mir schon fast. Aber Robert gefiel mir am Abend davor besser.
 
Zum Glück war meine Maike wieder da! Und ich hatte genug zu tun, sie zu beobachten. Da ich rechts am Mittelgang sass, hatte ich auch eine tolle Ausgangslage. Wobei ich diesmal das erste Mal so richtig auf das restliche Ensemble achtete. Trotz der guten Kostüme und kräftigen Schminke konnte ich so einige Darsteller ausmachen, unter anderem Sebastien und Babs.
 
Was ich etwas unspektakulärer finde als in Berlin, ist der Abgang nach Ewigkeit. In Berlin kam ich mir immer vor, als würde ich am Rand von allen Seiten gleichzeitig erschreckt. Und obwohl ich in der Show am Rand sass, wars nicht wirklich atemberaubend. Gut, ich kenns ja auch, aber trotzdem


N
ach der Show beeilte ich mich, um zur SD zu kommen. Diesmal hatte ich die Jacke abgegeben, weil ich die kleinere Handtasche dabei hatte. Und es schien mal wieder ewig zu dauern, bis ich die Jacke bekam. Ich stand mehr oder weniger allein an der SD. Ein oder zwei andere Fans waren hartnäckig genug, sich bei dem Regen an den Bühneneingang zu stellen.
 
Gernot war diesmal schneller als Maike. Er: „Komm gut nach Hause in die Schweiz!“ Ich: „Hää?“ Er: „Du hast doch gestern gesagt, dass du morgen nachmittag fliegst…“ Ich war derart perplex, dass er sich das gemerkt hatte, dass ich ihn nur blöd ansehen konnte. Hab mich dann bedankt und er ist gegangen.
 
Maike brauchte nicht allzu lange. Aber sie hatte nicht viel Zeit und meinte, sie hätte zwei Nächte kaum geschlafen. Da hätte ich sie mal wieder am liebsten höchstpersönlich ins Bett gesteckt… Sie fragte dann, um welche Uhrzeit ich fliegen würde. Ich: „ 19.05 Uhr, warum?“ Sie: „Weil ich grade erfahren habe, dass ich morgen beide Shows Rebecca spiele…“ Ich: „Wann spielt ihr denn? 14.30 Uhr?“ Sie: „Nee, 15 Uhr… reicht nicht…“ Ich musste erst mal nachrechnen. Die Show würde bis 17.50 Uhr dauern und ich musste sicher eine halbe Stunde vor Abflug am Flughafen sein…
 
Ich: „Nee, das reicht wirklich nicht! Schade….“ Maike: „Höchstens… du könntest in der Pause gehen…“ Ich musste erst mal grinsen. „Ja, klar, ich sehe mir ne halbe Show an… Und was ist mit dem Rest??“ Sie: „Den kennst du eh schon… und die Rebecca ist in der Pause vorbei…“ Naja, wo sie recht hat… Ich: „Na, aber dann müsste ich mit dem Koffer ins Theater…“ Sie: „DAS ist ja nun kein Hindernis…“ 2:0 für Maike!
 
Sie hat sich dann anschliessend verabschiedet und mir ne gute Heimreise gewünscht. Noch auf dem Heimweg fasste ich den Entschluss, mir die halbe Show am nächsten Tag anzusehen. Von alleine wäre ich zwar nicht auf die Idee gekommen, aber Maike hatte gewonnen… *zwinker*

 
 
17.05.10 – Verrückter Tag…
 
Morgens schlief ich etwas länger als sonst. Dann versuchte ich mit Müh und Not, alle neuen Einkäufe in den Koffer zu kriegen. Ich beschloss einmal mehr, nächstes Mal lieber einen grösseren Koffer mit zu nehmen. Im Hinweg wäre er zwar halb leer, aber im Rückweg dafür umso voller…
 
Andererseits ist der kleine Koffer immer ein Grund, nicht zu viel einzukaufen… nicht dass ich mich dran halten würde, aber der gute Wille zählt ja bekanntlich schon etwas…
 
Als ich auscheckte, fiel mir ein, dass man ja in Wien City-Check-in machen kann. Also fuhr ich als erstes zur Landstrasse, um meinen Koffer los zu werden. Ich musste ewig warten! Auf dem Rückweg in die Stadt stattete ich dem Musikladen an der Kärntner-Strasse einen Besuch ab und kaufte mir wieder mal neue CDs. Wieder etwas mehr, das ich nach Hause transportieren musste. Und meine Berlin-Tasche war schon überfüllt. Egal!
 
Ich machte mich rechtzeitig auf den Weg zum Theater und kaufte mir unterwegs ein Sandwich. Ich hatte gerade Position bezogen und mir den letzten Bissen Brötchen in den Mund gesteckt, als Maike wie aus dem Boden gewachsen vor mir stand. Na super, und ich mit vollem Mund… *grins*
 
Sie: „Du bist ja doch noch da…“ Ich: „Ja, klar… Ich flieg ja erst abends…“ Sie: „Du machst das aber nicht wirklich, oder???“ Ihr Ton allein reichte aus, um mir zu sagen, was sie dachte: „Sie ist verrückt!“ Ich: „Naja, DU hast mich ja auf diese bescheuerte Idee gebracht… Ich hab zwar noch keine Karte, aber ich finde sicher noch ein Plätzchen.“ Sie: „Na, in den Nachmittagsvorstellungen sind meistens noch ein paar einzelne Plätze frei. Und jetzt, wo uns Udo Jürgens ein paar der Zuschauer klaut sowieso.“ Ich: „Joah, ich werde schon reinkommen…“ Sie: „Na, dann wünsche ich dir viel Spass! Und komm gut nach Hause!“ Schon war sie im Theater verschwunden. Und ich machte mich auf den Weg zur Abendkasse.
 
Halbwegs erwartete ich, die nette Dame der Tage davor wieder zu treffen. Die war auch tatsächlich da, aber gerade am Telefon, und sah mich daher nicht. Ich holte mir meine Karte für den linken Säulenplatz für fünf Euro und drehte noch mal ne Runde durch die Stadt. War klar, heute regnete es mal nicht…
 
Ich sass pünktlich auf meinem Platz und staunte einmal mehr, wie klein einige Kinder waren. Ich freute mich schon auf den Moment, in dem Gernot Romic direkt vor mir auf seinen Platz klettern und die Kinder um mich herum erschrecken würde…
 
 
Wir hatten wieder vollständige Firstcast, bis auf Thomas und Kathi. Alex spielte noch einmal den Grafen. Und meine Maike spielte die „Rebecca meines Herzens“. Ich genoss es vom ersten bis zum letzten Moment.
 
Maike bringt mich jedes Mal wieder zum Schmunzeln, und wenn ich sie noch so oft gesehen habe… Die Ohrfeige während Knoblauch, wie sie mit ihrem Tuch oder Kelle wedelt im Zusammenhang mit einer gewissen „Windmühle“… Besonders geil find ich auch nach wie vor, wie sie bei „Nie gesehn“ so richtig losrockt.
 
Prayer war einfach nur schööööööön!!!!
 
Und in ihrer letzten Szene erwischte ich mich dabei, wie ich den Atem anhielt. Jedes Mal, wenn sie den Stock wirft, muss ich an den Tag denken, als ich sie kennen gelernt hab. Der Tag, als der Stock in Berlin unter Jens‘ Arm stecken geblieben war…
 
Die Kinder konnten wieder herrlich kreischen, als die Vampire scheinbar aus dem Nichts auftauchten. Ich stellte fest, dass sie wirklich relativ unauffällig erscheinen.
 
In der Pause holte ich mir noch ein paar Postkarten als Andenken. Als ich dann meine Jacke holte, hinterliess ich einigermassen verwunderte Theater-Mitarbeiter.
 
Unterdessen regnete es wieder. Während Maike auf der Bühne stand, fuhr ich zum Flughafen. Als ich am Gate sass und aufs Boarding wartete, loggte ich mich auf meinem Handy ins Internet und schrieb Maike die erste Nachricht. So was ist ja immer am Besten, wenn die Eindrücke noch ganz frisch sind. Hinterher wurde ich von Maike als „verrückt“ bezeichnet. Aber das war definitiv noch nicht die verrückteste Aktion, die ich an dem Tag durchgezogen hatte… *ggg*

 
Tja, eine weitere Wien-Reise war zu Ende… Und ich nahm eine Menge neuer Eindrücke mit. Seit ich erfahren hab, dass Maike auch im Herbst noch da sein wird, wenn ich hinfahre, freue ich mich noch mehr auf meinen nächsten Besuch bei den Vampiren.

Maike – Danke für zwei einhalb hervorragende Shows! Auf SO dumme Ideen bringst definitiv nur DU mich… Es war eine tolle Geburtstagsreise und ich freue mich auf nächstes Mal... vom 6. - 13.10. ...
 
 
 
 
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