23.09. – 26.09.11 - Hello Dolly! und Sister Act
Vorgeschichte
Ursprünglich war über dieses Wochenende eine Geschäftsreise nach Schottland geplant gewesen. Gleichzeitig wurde aber bekannt, dass Oliver noch ein paar ‚Dolly‘-Shows spielen würde. Und da Biggis Geburtstag bevorstand, wären wir gern hingefahren. Da es aber zeitlich nicht möglich war, hatten wir es abgeblasen.
Ende August wurde dann aber meine Geschäftsreise abgesagt, bzw. vorverlegt, was mir ein freies, bis Montag verlängertes Wochenende bescherte. Dann war geplant, Samstag hin- und Sonntag zurück zu fahren. Nachdem aber Maike ebenfalls in Wien war, konnte ich nicht hinfahren, ohne mir Sister Act auch anzusehen. Und schliesslich wurde aus der Reise eher ein Sister Act-Wochenende als ein Dolly-Wochenende. Aber nun der Reihe nach:
Eine Woche vor Abreise bekam ich spontan auch noch den 23. September (Freitag) frei und fuhr früher los. Da der Flug so kurzfristig erschreckend teuer war, hatten wir uns entschieden, dass ich mit dem Zug nach München fahren würde, von wo Biggi und ich mit dem Auto nach Wien fuhren.
Am Tag vor Abreise klickte ich durch Zufall auf den Saalplan des Ronachers und fand für den Freitagabend noch Tickets in der zweiten (inoff. ierten) Reihe, die wir kurzfristig buchten. Nun mussten wir aber zwingend rechtzeitig in Wien sein.
Auf der Autobahn kamen wir teilweise nur schleichend voran, was dazu führte, dass wir um 18.40 Uhr am Westbahnhof ins Hotel eincheckten. Nur soviel zum Mercure Europaplatz: man verzichte lieber darauf und buche ein anderes Hotel, selbst wenn eine andere Unterkunft teurer ist.
Nach dem Einchecken war es bereits 18.50 Uhr. Biggi und ich zogen uns in Windeseile um, entschlossen uns einvernehmlich, die hohen Schuhe im Hotel zu lassen, um schneller am Theater zu sein.
Erstaunlicherweise lief alles glatt, die U3 kam genau, als wir auf dem Gleis ankamen und wir waren um 19.20 Uhr am Theater. Zwar etwas schwer atmend, aber immerhin pünktlich. Schnell die Tickets geholt, ohne einen Blick auf die Castliste zu verschwenden und setzten uns in die zweite Reihe, am rechten Gang.
Nachdem ich ein paar Mal durchgeatmet hatte, fragte ich meinen Sitznachbarn, ob ich denn einen Blick auf die Castliste werfen dürfte, weil er bereits ein Castheft gekauft hatte. Wir scannten die Liste und ich suchte vergeblich einen gewissen Namen, der auf ‚Merkel‘ endet. Biggi und ich tauschten nur einen Blick und meinten synchron: „Och nöööö!“ Ausgerechnet Maike war als einzige nicht da. Stattdessen stand Franzi Schuster auf der Bühne, auf die wir beide, um ganz ehrlich zu sein, nicht besonders scharf waren.
Andererseits stellten wir kurz daraufhin fest, dass es gar nicht soooo schlecht war, dass Maike nicht da war. Denn um noch einmal ehrlich zu sein: Ich hätte mich nicht auf die gesamte Cast konzentrieren können, wenn meine Lieblings-Nonne da gewesen wäre.
Zur Show komme ich nachher, nur so viel vorausgeschickt: Es war genial!! Ein paar technische Defizite gibt es noch, aber darüber muss man so kurz nach der Premiere hinweg sehen. Spots, die zu früh aus oder zu spät angingen und umgekehrt, ein paar Mikroprobleme, die aber nicht weiter auffielen, wenn man nicht, wie wir, darauf achtete.
Nach der Show gingen wir trotz allem zum Bühneneingang, da ich wissen wollte, was mit Maike war. Nachdem wir Babs noch kurz gesehen hatten und die Gelegenheit gehabt hatten, die Show zu loben, gings Richtung Hotel zurück, wo wir reichlich müde ins Bett fielen.
Samstag früh ging es auf Shopping Tour. Mariahilfer Strasse, wobei wir relativ schnell den Weg zur Kärntner Strasse und Swarovski einschlugen, wo wir beide einen Ring erstanden. Dann gings weiter zu Esprit, und schliesslich um fünf Uhr wieder Richtung Hotel, um uns fürs Theater zu stylen.
Um viertel vor sieben waren wir rechtzeitig an der Volksoper für die Vorstellung. Schon vor der Show merkten wir, dass wir nicht die einzigen bekannten Gesichter im Theater waren, sondern dass noch weitere Besucher aus Bayern da waren, von denen wir nichts gewusst hatten.
Die Show war lustig und unterhaltsam. Allerdings reichen mir die vier Vorstellungen jetzt, die ich gesehen habe.
Robert Meyer als Hausherr der Volksoper war wieder einmal ein wunderbar trockenhumoriger Horrace Vendergelder, ebenso wie Sigrid Hauser als Dolly. Eine absolut geniale Schauspielerin und noch bessere Sängerin. Ein Wortwitz jagt den anderen, schwarzer Humor sondergleichen, eine absolut gelungene Vorstellung.
Julia Koci war erneut die Irene Molloy. Nach wie vor einziger Kritikpunkt: Ihre Opernstimme gefällt mir nicht. Sonst eine wunderbare Darstellung der Rolle.
Unsere Minnie Fay war neu und gefiel mir nicht annähernd so gut wie Johanna Arouas letztes Jahr. Ich kann nicht mal sagen, warum, ich konnte mich vielleicht auch einfach nicht an das neue Gesicht gewöhnen.
Johanna hat stattdessen Vendergelders Nichte gespielt. Wobei sie etwas künstlicher geheult hat als unsere Ermengarde vom letzten Jahr.
Jeffrey als Cornelius war wieder spitzenmässig und gefiel mir sehr gut, sowohl stimmlich als auch schauspielerisch genial!
Im Ensemble fiel mir diesmal wieder Stefan Reil auf, der mich schon letztes Jahr an Daniel Berini erinnert hatte und den ich mittlerweile auch bei Hair in Bozen gesehen habe. Letztes Jahr war ich davon ausgegangen, dass er zum Ballett gehört, aber weit gefehlt. Technisch aber ein einwandfreier Tänzer und sehr amüsant zu beobachten, wenn meine Augen nicht gerade von jemand anderem abgelenkt waren.
Und was soll man zu Oliver sagen? Wir hatten wieder unseren ‚Walfisch‘ und ‚heiligen Strohsack‘ als Dauerwitz, worüber ich so herzlich lachen konnte, als hätte ich es zum ersten Mal gehört. Selbstverständlich hatte seine Stimme wieder einmal Tragweite und hat so ziemlich alles andere übertönt, aber das ist ja nichts Neues mehr
. Insgesamt gesehen hat man gemerkt, dass er aus der Übung ist und den Barnaby schon lange nicht mehr spielen musste. Aber das fiel vermutlich auch wieder nur jemandem auf, der sich auskennt.
Es passierten ein paar Pannen, wie zum Beispiel ein umgefallener Paravent, der relativ schnell wieder aufgestellt wurde, umgefallene Wunderkerzen beim Servieren der Teller im ‚Harmonia Gardens‘, etc. Und Herr Arno sorgte für Unterhaltung in unserer Ecke, als er den Champagner – von dem Biggi und ich ja wussten, dass es Apfelschorle war – gekonnt degustierte, mit Kopfnicken als gut einstufte und erst dann einen richtigen Schluck nahm. *ggg* Als ob Barnaby Tucker wüsste, was einen guten Champagner ausmacht… *ggg*
Ausserdem baute Oliver im Hutladen die Dekoration im Schaufenster ab, als er ungeschickt stolperte und hatte anschliessend den falschen Hut auf dem Kopf, was bei Biggi und mir für unterdrückte Lachkrämpfe sorgte.
Nach der Show fanden wir uns recht schnell am Bühneneingang ein, um ein paar Worte mit Oliver zu wechseln, falls er Zeit hatte. Er liess zwar auf sich warten, hatte auch offenbar noch Besuch von einem ehemaligen Kollegen und seiner Familie, nahm sich dann aber ganz lieb Zeit für alle.
Am Sonntag schliefen wir dann aus, bereiteten uns in Ruhe vor, setzten uns dann noch eine halbe Stunde ins Restaurant neben dem Ronacher, ehe wir auf die Führung gingen. Auch wenn sich die Bühne seit dem letzten Mal nicht verändert hat, war es doch mal interessant, die neuen Kulissen aus der Nähe zu sehen, ein paar Fotos zu machen und Kostüme einer gewissen Frau Merkel aus der Nähe in Augenschein zu nehmen. Auch wenn der Guide mir wohl nicht traute und mich keine Sekunde aus den Augen liess *gg*. Put-in Pläne, Probenpläne und Sign-in Daten hingen alle noch aus und hielten Biggi und mich des Öfteren auf, um uns ein Bild zu machen. Sehr interessant war auch die Liste, auf der sich die Cast fürs Wiener Oktoberfest einschreiben konnte… *gg*
Zwischen Führung und Show ging es dann ENDLICH wieder einmal zu Aida, um eine von meinen heissgeliebten Esterhazy-Torten zu essen. Dann zurück ins Theater, wo wir zum allerersten Mal (bei mir nach 12 Shows) im zweiten Rang, in der ersten Reihe sassen, Biggi links und ich rechts (von der Bühne aus). Da die Show extrem gut gebucht gewesen war, hatten wir nur noch Einzelplätze bekommen.
Und nun zu meiner Beurteilung der Show:
Vergleich mit London
Mein Besuch in London ist nun schon ziemlich genau zwei Jahre her, daher habe ich nicht mehr alles so genau im Kopf. Von der ganzen Aufmachung der Show gefiel mir Wien im Grossen und Ganzen besser. Vor allem wesentlich besser ist, dass die Mutter Oberin (Mutti) hier als grössere und wichtigere Rolle aufgezogen worden ist. Sie hat ein Lied mehr, das im Übrigen absolut genial ist (!!!) und ist auch öfter auf der Bühne, wenn ich mich recht entsinne.
Ebenfalls schön finde ich, dass die Texte und Interpretationen näher am Film angelehnt sind als in London. Besonders Anas Texte wirkten auf mich besser als die von Pattina in London. Es kann aber auch daran liegen, dass ich den Film bisher immer auf Deutsch gesehen habe und daher das Feeling des englischen (gesprochenen) Textes in London nie wirklich hatte.
Der Song ‚Do the sacred mass‘ aus London wurde gestrichen, was meiner Meinung nach absolut kein Verlust ist
. Dafür kam am Anfang des zweiten Aktes eine Szene im Beichtstuhl zwischen Monsignore, Mutter Oberin und Deloris hinzu, die unglaublichen Witz hat und wunderbar hinein passt. Dazu hat Mutter Oberin einen zusätzlichen Song bekommen. Die Rolle ist wesentlich vielseitiger angelegt als in London!
Für mich sehr schade: ‚Nonnen habens gut‘ gefällt mir bisher absolut nicht (vielleicht ändert sich das nach zwei-drei weiteren Shows noch)!! Ich vermisse meine ‚Mary in a bowl of Special K‘ und ‚Ten of twelve apostels in the salad bar buffet‘ im englischen Original von ‘How I got the calling’. Aus dem Song wurde etwas vollkommen anderes gemacht, was ich nicht mag. Ist halt dummerweise einer meiner Lieblingssongs aus dem Stück…
Und mir fehlt die Vorstellung von Mary Robert als ausgesetzte Waise. Im Deutschen geht nicht klar hervor, warum sie im zweiten Akt ihr Solo ‚Die Welt die ich nie sah‘ singt. Denn selbst als Postulantin (die die Briefe verteilt *gg*) hat man sich in der Regel schon vorher entschieden, was man will. (Ich weiss, da dringt mal wieder meine Kenntnis des Klosterlebens durch…)
Sonst ist zu sagen, dass die Übersetzungen sehr gut gemacht wurden, zum Beispiel auch von der ‚Lady in the long black dress‘, wo Biggi und ich beide unsere Zweifel gehabt hatten. Auch ‚Sister Act‘ wurde für meinen Geschmack sehr gelungen übersetzt, wobei Biggi hier anderer Meinung war, denn natürlich ist der Wortlaut anders.
Wirklich verglichen mit dem englischen Original haben wir es erst hinterher mit der CD, während der Show kommt man gar nicht dazu. Die Szenen gehen zu schnell ineinander über, man hat zu viele Wortwitze, über die man lachen kann und die Show ist zu bunt, als dass sie einen Vergleich wirklich zuliesse.
Programmheft:
DAS nenn ich mal was Neues und Anderes! Sehr gelungene Cast-Vorstellung im neuen Heft! Es gab einige sehr amüsant verfasste Texte. Unglaublich, wie alle diese Darsteller schon mal „kriminell auffällig geworden sind“
Kostüme:
Gelungene Quick Changes die offenbar auch ins Auge gehen können. Am zweiten Abend hat sich Kathy Tanner hinter der Bühne beim letzten Change verletzt, weshalb sie beim Finale nicht auf der Bühne war.
Die Kostüme sind quietsch-bunt und sorgen für gute Laune, vor allem wenn zum Finale 1. Akt die Mutter Oberin beinahe einen Herzinfarkt kriegt.
Und die ‚Nuttentreter‘ sind ja nun mal wirklich der absolute Knaller. Vor allem, wenn Mary Robert im zweiten Akt mit den Schuhen unter dem Rock auftritt.
Und: Mir sind noch ganz andere Plateau-Schuhe aufgefallen… nämlich die einer gewissen Kellnerin in der Bar im ersten Akt… Hut ab, Frau Merkel, dass man auf solchen Schuhen überhaupt gehen kann…
Darsteller, und das wird eine lange Zusammenfassung!!!!
Da ja Maike am ersten Abend nicht da gewesen war, hatten wir genügend Zeit, uns ein Bild von allen anderen zu machen. Und meine Lieblings-Nonne folgt natürlich wieder zum Schluss 
Ana Milva Gomes
Was soll man sagen?? FABELHAFT, BABY!! Meiner Meinung nach die absolut perfekte Musical-Deloris. Sie hat mich zwischenzeitlich wirklich an Whoopie erinnert. Im ersten Song am ersten Abend hatte ich zwar den trügerischen Eindruck, dass sie stimmlich nicht die Leistung bringt, von der ich immer gehört hatte, aber das war nur eine akustische Täuschung!! „Arschgeile“ Stimme, anders kann mans nicht ausdrücken 
Drew Sarich
Weder Biggi noch ich hatten uns Drew so wirklich als Curtis Jackson vorstellen können. Nach dem Bösen im Film und in London war Drew so ganz anders. Aber er ist ein unschlagbarer Macho und wahnsinnig komisch in der Rolle. Wir konnten über ihn so richtig herzlich lachen. Sei es, wie er mit einem giftgrünen (oder –gelben??) Stuhl auf die Bühne gefahren wird, oder wie er tanzend von der Bühne abgeht, ob mit oder ohne Lolli, er überzeugte auf der ganzen Linie. Und mal wieder spielt er gern mit Pistolen rum, woran wir uns ja bei ihm auch schon gewöhnen durften
.
Drew hat insgesamt eine unglaubliche Vielseitigkeit und enorm gute Stimme bewiesen. Ich freue mich auf nächstes Jahr, wenn ich ihn mal wieder in der Rolle zu sehen bekomme, nach seinem Gastspiel in Berlin.
Eine Frage blieb allerdings offen: Warum wurde die Rolle von Shanks auf Jackson umbenannt?? Am ersten Abend haben sowohl die Gangster-Gehilfen als auch Thada sich versprochen und ihn Shanks genannt, was mir nicht weiter auffiel, weil er schon in London so hiess, aber zu etwas Verwirrung geführt hat…
Ramin Dustdar
Am zweiten Abend war Drew leider nicht da, weshalb wir sein Walk-in Cover gesehen hatten. Ich habe Drew zwar vermisst, mochte aber auch Ramin. Er war nicht so lustig und seine Stimme klingt ganz anders, aber insgesamt wars gut. Hinterher haben wir von Maike erfahren, dass er nur vier oder fünf Proben gehabt hatte. Und mit diesem Wissen zieht man dann doch den Hut. Dass die Rolle nicht so vielseitig ausgelegt wurde wie von Drew versteht sich somit von selbst.
Barbara Obermeier
Eigentlich ist sämtlicher Kommentar überflüssig. Ich war und bin ein Fan von Babs. Nachdem sie schon meine perfekte Sarah war, ist sie jetzt auch meine perfekte Mary Robert. Die Rolle passt zu ihr wie die Faust aufs Auge. Und an beiden Abenden hätt ich sie bei ihrem Solo am liebsten abgeknutscht. Nur ein Schönheitsfehler: Wo ist der letzte Ton von der Reprise geblieben??? War der schon in London non-existent??
Sonja Atlas
Hmmmm, schwierig bei ihr, weil ich ständig Maikes Stimme in meinem Kopf gehört habe, wenn Sonja gesungen hat. Ich bin absolut ehrlich… wenn man von der Figur absieht, wäre Maike in meinen Augen eindeutig die bessere Besetzung. Sonja ist zwar laut und hibbelig, wirkt aber insgesamt nicht aufgeweckter auf der Bühne als Maike im Ensemble… Ausser wenn sie Soli zu sprechen oder singen hat, fällt sie eigentlich nicht sonderlich auf, nicht mal, wenn Maike NICHT auf der Bühne steht. Und für meinen Geschmack wirkte Sonja dann am Sonntag neben Maike erst recht blass.
Irgendwie war es vorauszusehen, dass Sonja mich nicht vollends überzeugen kann. Aber ich lasse mir ein weiteres Urteil offen für nach der nächsten Vorstellung 
Kathy Tanner
Sie ist Irin, das macht mich schon zum Fan… *gg* Nein, Scherz beiseite: Sie ist lustig, frech und hat auch einige lustige Dialoge zu sprechen. Besonders gefallen hat mir: „ich bin Nonne. Mein Leben ist wie ein Kreuzweg, nur ohne den lustigen Teil!“ und: „Ist das deine Rache für Woodstock?“ – „JAAA!“ *gg* Der Rapp war cool und brachte das gesamte Publikum zu schallendem Gelächter, besonders im zweiten Akt mit der Kapuze. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass sie mit der Sprache doch noch sehr zu kämpfen hat. Besonders am Freitag war der Takt nicht so ganz eingehalten. Am Samstag wirkte es besser – oder ich war zu sehr abgelenkt, um Fehler zu bemerken 
Dagmar Hellberg
Ist eine Liebeserklärung erlaubt?? *gg* Die Frau ist wunderbar und so richtig ironisch/sarkastisch als Mutter Oberin. Klar, dass sie mir gefällt, Mutti und ich haben den gleichen Humor. Ihren neuen Song habe ich schon erwähnt. Jetzt gibt es ausserdem viel mehr Spannungs-Momente zwischen ‚Mutti‘ und Deloris, viel mehr Witz, wie z.B.: „Gott hat meine Gebete nicht gehört.“ – „Gott hat Ihre Gebete gehört. Er hat auch geantwortet. Nur die Antwort gefällt Ihnen nicht!“
Es hat der Rolle alles in allem sehr gut getan, sie zu verändern! Ich war in London damals enttäuscht, dass sie so einseitig gewesen war. Und ich bin sehr gespannt darauf, wie eine gewisse Zweitbesetzung die Rolle spielt, die ich HOFFENTLICH irgendwann einmal sehen werde…
Wobei ich mir jetzt seit Freitagabend überlege, von wem Dagmar die Synchronstimme spricht… Ich wusste im ersten Moment, dass ich die Stimme irgendwo her kenne, aber ich weiss beim besten Willen nicht, woher…
Bernhard Viktorin
*ggg* Der Typ ist cool, der Typ ist Konser und ich hab ihn jetzt endlich mal live gesehen... hat viel zu lange gedauert, bis ich das nun endlich geschafft habe, nach den sehr amüsanten Videos der 2007-ner-Abschlussklasse. Jedenfalls absolut genial, überzeugend, witzig auf der ganzen Linie. Highlight war natürlich der Solopart im zweiten Akt und die Verfolgungsjagd im Kloster, die Lachkrämpfe verursacht hat.
Und ich habe bis heute keine Ahnung, warum Biggi und ich ihm am Freitag derart aufgefallen sind, aber offenbar fand er die zwei Mädels in der „vierten oder fünften Reihe“ einigermassen amüsant. Allerdings beruhte das auf Gegenseitigkeit…
Arcangelo Vigneri
Wer hätte gedacht, dass so eine Stimme in dem Mann steckt? Nachdem ich ihn im April als ‚Terk‘ in Tarzan gesehen hatte, hätte ich nie im Leben mit so etwas gerechnet!! Allerdings habe ich mich doch sehr gefragt, warum aus dem Italiener von London ein Türke gemacht werden musste. Und Bernhards Spruch im zweiten Akt: „Keiner versteht, was du überhaupt sagst!“ trifft leider etwas zu oft ins Schwarze.
Absolutes Highlight: Die Art und Weise, wie er überführt wird im Kloster, wie ihm eine der Schwestern (war das Christa Helige??) die Waffe abnahm und ihn überwältigte, war genial!!
Martin Berger
Insgesamt fiel er mir leider nicht allzu sehr auf, weder besonders positiv, noch negativ. Die Stimme war gut, sein Schauspiel auch. Nach einer der nächsten Vorstellungen dann mehr dazu…
Thada Suanduanchai
Am ersten Abend haben sich bei mir die Geister gespalten. Er war gut, ohne Frage! Aber er wirkt mir für die Rolle noch etwas zu farblos. Da ist noch Steigerungspotenzial vorhanden. Er war ein wunderbar schusseliger Polizist, der vom Tisch fällt und den Waffen nervös machen. Am Ende der Show ist er dann ganz der coole Polizist mit starkem Selbstbewusstsein. Aber die Entwicklung dürfte stärker spürbar sein, finde ich. Bei seinem Solo im ersten Akt hatte ich das Gefühl, dass er die Bühne allein noch nicht so wirklich ausfüllt. Allerdings eine kleine Anmerkung am Rande: Rot-weiss steht ihm viel zu gut!!!
Sehr schön: Dass ‚Sweatie-Eddie‘ beibehalten wurde. Im Deutschen hätte alles andere nicht gleich gewirkt!!
Ich bin sehr auf Thadas Entwicklung in den nächsten Monaten gespannt!!
Im Ensemble sind ingesamt einige bekannte Gesichter aufgetaucht, natürlich einige Ex-Vampire, wie Conny Braun oder Christa Helige, aber auch Darsteller, die wir aus anderen Stücken kannten. So zum Beispiel Gabriela Ryffel, die wir von den ‚Schweizermachern‘ in Zürich her kannten, wo sie Zweitbesetzung der Hauptrolle gespielt hatte.
Aufgefallen ist mir im Ensemble besonders ‚Mary Nirvana‘, alias Susanne Carey, absolut gelungene und lustig angesetzte Rolle, die mehr als einmal zum Lachen brachte. „Nein, ich bleibe!!!“
Michael Schönborn als Monsignore O’Hara war ebenfalls bunt und ironisch. Am ersten Abend wirkte er für meinen Geschmack etwas zu sehr wie ein Showmaster, zum Beginn des zweiten Aktes, doch am zweiten Abend hatte ich mich schon dran gewöhnt und es gefiel mir. Natürlich konnte auch er einige Lacherquoten verbuchen.
Franzi Schuster, die am Freitag anstelle von Maike auf der Bühne stand, fiel eher dadurch auf, dass sie NICHT auffiel. Etwas zu schüchtern, etwas zu unerfahren. Mal sehen, was sich da noch so entwickeln kann. Ich gebe allerdings ehrlich zu, dass ich schon zu Fernseh-Castingshow-Zeiten kein Fan von ihr gewesen war.
Und nun zu der diesmal absolut wichtigsten Person auf der Bühne:
Maike Katrin Merkel
Ein paar wenige Soloparts während der Lieder (‚Nonnen habens gut‘ und das ‚Abendgebet‘, oder wie immer das in Deutsch auch heissen mag), ausserdem ein „Soloauftritt“ als Kellnerin in der Bar (ohne Gesang!!), der einzige Moment, wo sie keine Kutte trug. Dafür die erwähnten Plateaus, bei deren Anblick mir schon die Knöchel weh getan haben
.
In der ersten Szene beim Mittagessen eine ‚erschreckend‘ ruhige Nonne. Ich hab mich schon gefragt, was da passiert ist. Allerdings taute Frau Merkel (je länger ich es schreibe, umso mehr gewöhn ich mich dran) sehr schnell auf und ich hatte ‚meine‘ Maike wieder auf der Bühne… Wie schon erwähnt hat man ihr den Spass am Spielen und Singen am meisten angesehen. Zudem war es ab und an nicht sonderlich schwer, ihre Stimme in der Gruppe auszumachen.
Wenn man genau hinhört, hört man ihre Stimme relativ oft heraus.
Pannen
Dafür, dass erst gerade gestartet wurde, passierte eigentlich erstaunlich wenig. So soll es ja auch sein! Am ersten Abend allerdings konnten Biggi und ich uns kaum halten vor Lachen, als Dagmar im Beichtstuhl das Inventar auseinander nahm. Da hatte sie plötzlich die Schiebetür zur Nachbarzelle in der Hand!!
Es hätte natürlich aber auch Teil der Szene sein können, um unter Beweis zu stellen, dass die Kirche nun mal marode und renovationsbedürftig ist. Allerdings hatte sie die Klappe dann am zweiten Tag nicht in der Hand, was darauf hinwies, dass es eine Panne gewesen war…
Am zweiten Abend dann fiel auf, dass das Podium der ersten Szene nicht von alleine zurück fuhr, sondern von Technikern verschoben werden musste. Auch dort wirkte es wie Teil der Szene, da Deloris ja mit ihren Freundinnen für einen Auftritt vorsingt und es nur natürlich ist, dass da Techniker herum stehen. Im ersten Moment hab ich mir doch tatsächlich überlegt, ob das am Freitag auch schon so war, dass das Podium manuell zurück geschoben worden war.
Nach der Show fanden wir uns wieder am Bühneneingang ein, wo Maike sich diesmal auch Zeit genommen hat.
Am Montag ging es dann sehr unspektakulär auf den Rückweg, mit dem Auto nach München, und von da im Zug nach Zürich (wo ich immer noch sitze, irgendwo zwischen Bregenz und St. Gallen…)Eigentlich wäre ich lieber immer noch in Wien, vor allem da in zwei Minuten wieder die Soirée im Ronacher anfängt… aber ich bin bald genug wieder da…
Biggi: Einmal mehr eine Reise, die in die ‚Geschichte‘ eingehen wird. Wenn ich da nur an Freitag und unsere Ankunft in Wien denke… das hatte was… in Köln lassen wir uns bitte etwas mehr Zeit! ;) Bloss kein Stress vor der Premiere!! Sag mal, sehen wir uns echt schon in 17 Tagen wieder???